So viele Fragen


Warum habe ich nicht damals die Fragen an Leute gestellt als sie noch am Leben waren. Heute ist es zu spaet, weil sie weggestorben sind und heute moechte ich von ihnen so vieles wissen, beispielsweise auch bei meinen Grosseltern, wie zu deren Zeiten vieles war. Aber warum haben sie mir selber nicht so vieles aus ihrem Leben erzaehlt, auch wenn es nicht unbedingt so super interessant sein musste?

Allerdings kann ich mich daran erinnern, dass mir mein Grossvater erzaehlt hat, dass er vor dem ersten Weltkrieg Abgeordneter beim Zentrum war und beim Militaer war er auch gewesen. Jedenfalls zu der Zeit als Abgeordneter wurde er unter anderem zum Essen mit anderen Politikern beim Kaiser eingeladen, was natuerlich ein groesseres Ereignis gewesen sein musste.
Der Kaiser bekam zuerst sein Essen serviert und je weiter runter man am Tisch sass, je spaeter bekam man sein Essen serviert. Sobald der Kaiser mit seinem Essen fertig war und aufstand, war das Essen fuer alle vorueber und mein Grossvater hatten nicht sehr viel von diesem doch guten Gericht essen koennen.

So bleiben mir oft nur alte Bilder, sodass ich wenigstens die Gesichter nicht vergesse, wie z. B. das Hochzeitbild meier Tante Baerbel aus dem Sommer 1944. Wo wohl 100 Leute drauf sind – und ich bin der Einziger der noch darauf am Leben ist. Das gibt einem ein nicht gerade gutes Gefuehl, obwohl auch meine juengere Schwester auf diesem Bild ist.

Zumindest gibt es heute Google, wo man viele Fragen beantwortet bekommt. 🙂

Gruss aus dem sommerlichen Arkansas,

Karl-Heinz

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Über khecke

I was born in Lower Silesia and moved to Hamburg after the war. In 1957 I moved to America and lived the longest time in and around Chicago. January 1994 I retired and moved to Northwest Arkansas. I'm married to Ruth since November 1959 and very happy with her. Plenty of hobbies and never bored.
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8 Antworten zu So viele Fragen

  1. stellinger schreibt:

    Tja, Karl-Heinz, da geht es mir sehr ähnlich. Wie oft würde ich meinen Großeltern, meinem Vater und meiner Mutter noch diverse Fragen stellen — zu spät.
    Auch tut es mir im Nachhinein leid, dass ich verschiedene Äußerungen besser nicht gemacht hätte, oder dass ich meine Mutter viel zu selten besucht habe — zu spät.
    Vielleicht geht es unserer Tochter eines Tages ähnlich . . .

    Herzliche Grüße aus Hamburg
    Jürgen

  2. Traudi schreibt:

    Lieber Karl-Heinz,
    auch ich denke oft: Warum hast du nicht nachgefragt?
    Sei es ein Rezept von meiner Mutter oder von meiner Oma, das ich gerne nachkochen würde oder vieles anderes mehr.
    Vor allem hätte ich einiges mehr gewusst bei meinen Recherchen, als ich den Stammbaum meiner Familie erstellte. Das wahr sehr mühsam, aber es hat sich gelohnt. Mittlerweile bin ich bis in 18. Jahrhundert gelangt.

  3. Elke schreibt:

    Lieber Karl-Heinz,
    diese Frage habe ich mir auch oft genug gestellt. Allerdings war’s auch schwierig. Großeltern habe ich keine mehr kennengelernt, mein Papa ist früh gestorben und meine Mutter war halt schwierig. Von meiner Familie sind soviele Männer im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen. Mein Bruder hat als kleiner Junge noch einige kennengelernt, aber ich als später Nachzügler hatte da keine Chance. Trotzdem weiß ich einiges über die Familie meines Vaters, über die meiner Mutter nur wenig und ihr biologischen Vater,also mein Großvater ist mir völlig unbekannt. Dabei muss das eine durchaus interessante Familie gewesen, von tanzenden Schwestern, die sich in die Niederlande und nach Schweden verheiratet haben, über irgendeinen Nazionkel ,der Mamas Bruder auf dem Gewissen hat, und einen Kommunisten reinsten Wassers, den ich sogar als kleines Mädchen noch kennengelernt habe, war alles vertreten. Und alles aus einer armen Bauernfamilie im Schwäbischen hervorgegangen. Aber – Genaues weiß ich eben leider nicht.
    Aber das Rad dreht sich und das Leben geht weiter, ich habe eine eigene Familie wie du auch und das aktuelle ist letztendlich wichtiger – oder nicht?
    Herzliche Grüße
    Elke

  4. fleischfee schreibt:

    Mit dem Alter werden die Fragen ja leider immer mehr und nicht weniger. Das mit dem Foto finde ich traurig. Das ist wohl leider der Lauf der Zeit aber wenn man am Ende übrig ist, ist es schon schlimm denke ich.

    Wünsche Dir einen schönen Tag mit vielen guten und wenig traurigen Gedanken.

    Liebe Grüße
    Sue

  5. dorosgedankenduene schreibt:

    Lieber Karl-Heinz, diesen gedanken habe ich in der letzten Zeit so oft, daß Fragen auftauchen, die ich gerne beatnwortet hätte. Ich habe das Glück noch meine 88 jährige Mutter zu haben, die sich an vieles noch erinnern kann und glaub mir, jedesmal wenn ich sie besuche reden wir zwar viel vom aktuellen aber noch mehr von früher, denn ich weiß wenn sie mal nicht mehr ist kann ich NIEMANDEN mehr fragen. Es ist aber auch vieles was unbeantwortet bleibt, Dinge die aus meines Vaters Familie kommt, da auch dort keiner mehr ist, der sie beantworten kann. So ist halt leider der Lauf der Zeit. Deshalb sind mir auch die ganzen alten Fotos so unendlich wichtig. Ich krame immer wieder welche raus, nehme sie dann mit ins Heim und frage meine Mutter wer das ist und mache mit kleine Bleistiftnotizen hinten drauf.
    Liebe Grüße
    Doro

  6. emhaeu schreibt:

    Lieber Karl-Heinz,

    geht ja schon mir mit meinen 62 Jahren so, dass ich oft niemanden mehr fragen kann …
    Aber zu der Geschichte mit dem Kaiser: Das muss damals so eine Art Höhepunkt für Jahre gewesen sein, die Einladung beim Kaiser-Besuch. Bei meinem Großvater (nicht dem aus Schlesien, sondern dem aus Ostpreußen) war es ähnlich. Der war als Notar und auch Zentrums-Stadtverordneter in Marienburg eingeladen zum Essen anlässlich des Kaiser-Besuchs. War 1910, wenn ich mich recht erinnere. Meine Mutter hatte noch 90 Jahre später die Karte mit der Speisenfolge und hat erzählt, dass mein Großvater die Uniform, die er an diesem Tage getragen hat, noch jahrzente später im Schrank hatte – obwohl sie gar nicht mehr gepasst hat. – Beim Zentrum zu sein galt übrigens damals als etwas unfein. ERstens, weil das Zentrum ja eine katholische Partei war und in allen preußischen Gebieten die Protestanten in höheren Positionen vorherrschten, und zweitens weil das Zentrum als „links“ galt, verglichen jedenfalls mit den diversen preußisch-nationalkonservativen Parteien …
    Einen schönen Gruß! Martin

  7. Ich bin erstaunt, dass es so vielen hier ähnlich geht! Ich versuche auch krampfhaft einen Stammbaum mit MacFamilyTree zusammen zu basteln. Und ständig Fragen? Wer war das, wann war er geboren, wann gestorben? Was sie/er für ein Mensch war, fragt das Programm nicht, da würde ich bei den meisten Familienmitgliedern spätestens vor Oma und Opa jämmerlich scheitern. Warum eigentlich wissen wir so wenig von unseren Vorfahren. Bei den Mormonen scheint das ja eine größere Rolle zu spielen.
    Auch habe ich das Gefühl, dass mit der schnelllebigen Zeit diese Fragen im Alltag immer mehr in den Hintergrund geraten – aber es ist doch wichtig zu wissen, woher man kommt. Oder?

  8. minibares schreibt:

    Mein Vater hat immer erzählt, ein Onkel war Oberlehrer.
    Und wenn er zu Besuch war, und jemand von den Gastgebern noch was essen wollte, hieß es: Herr Brinkmann hat gedankt und du kriegst nichts mehr.
    Ich kann auch schon lange niemanden mehr nach Familiensachen fragen.
    meine beiden Geschwister leben nicht mehr.

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