Brunch


Brunch = die Kombination von Breakfast und Lunch. In der Zwischenzeit auch in Deutschland nicht unbekannt.

Habe ich jedenfalls heute hier im Village Inn gehabt.

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Der Grund war, dass ich meinen Hintern wieder einmal nicht zeitig genug aus dem Bett gebracht habe, obwohl mich Kitty schon lange versuchte aufzuwecken. Dann ging es aber schnell unter die Dusche und alles schnell in den Wagen gepackt, sodass ich zumindest um 11:00 Uhr in der Stadt, also bei diesem Restaurnt war, wo man immer freundlich bedient wird. Heute besonders freundlich, weil ich mir ein Oberhemd angezogen habe, dass noch aus meiner Feuerwehrzeit stammt. Feuerwehrleute stehen in Amerika ziemlich weit oben an der Beliebheitsskala.

Vorher hatte ich noch bei meiner Bankfiliale angehalten, weil ich Bargeld brauchte. Der eine Angestellte weiss schon, dass ich aus Deutschland stamme und heute fragte er mich, wo ich in Deutschland gelebt habe. Als ich ihm erklaerte, dass ich nach dem Krieg in Hamburg gewohnt habe und vor dem Krieg in Suedostdeutschland, denn Schlesien waere fuer ihn sowieso kein Begriff gewesen – frage er welcher Krieg? Als ich sagte der zweite Weltkrieg, sagte er – schon vor diesem Krieg gelebt, dass konnte er nicht fassen, dass ich das noch erlebt habe. Er selbst ist wahrscheinlich so um Mitte 40.

Ich muss sowieso immer lachen, wenn ich heute den Leuten zuhoere und sie davon sprechen, „way back in the seventies“, das ist fuer mich gestern. Ich habe benahe das Gefuehl, ich werde alt. 🙂

Danach war ich bei Sears und habe mir weitere Attachment fuer meine elektrische Bohrmaschine gekauft, darunter eine Luftpumpe mit Druckanzeiger. Da die Bohrmaschiene durch eine 20 Volt Batterie angetrieben wird. Kann ich jetzt Reifen aufpumpen, auch wenn kein elektrischer Anschluss in erreichbarer Naehe ist. Zwar habe ich auch eine Pumpe, die von einem Zigarettenanzuender aus angetrieben werden kann, aber es kommt vor, dass so einer auch nicht vorhanden ist.

Weiter ging es zu Aldi und zu Wal*Mart und es war nur gut, dass ich meine Shoppingliste nicht vergessen habe.

Ist schon ein komisches Gefuehl dass ich ohne Ruth rumfahre. Sie rief mich vorhin an, wie praktsich jeden Tag und sagte mir, dass sie mich auch vermisst. Zwischendurch sende ich ihrer Schwester E-mails mit Bildern, die sie sich ansehen kann, darunter das kleine Baby Serena.

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Serena ist erst ca. 2 Monate alt. Sie ist die Tochter von Kenneth, der ein Neffe von Ruth ist.

Kenneth ist ein IT-Spezialist und hatte vor mehr als 20 Jahren eine Chinesin (Linda) kennen gelernt und geheiratet – wir waren zu deren Hochzeit – kann auch schon 30 Jahre her sein – weiss ich nicht mehr so genau. Jedenfalls haben sie keine Kinder bekommen und lebten viele Jahre in New York City. Er hat durch sie recht gut Chinesisch gelernt und war mehrmals bei ihren Eltern in China. 

Eines Tages bekam er eine ein gutes Stellenangebot von Japan, dass er angenommen hat. Aber sein Frau Linda wollte auf keinen Fall als Chinesin nach Japan ziehen. Scheinbar besteht kein gutes Verhaeltnis zwischen Japanern und Chinesen, was mir eigentlich neu war. Linda ist also in New York City geblieben und Kenneth ist nach Tokio uebergesiedelt. Ich glaube die Ehe war sowieso nicht mehr so grossartig. Jedenfalls hat er eine Japanerin kennen gelernt (die man bischen auf dem Bild sehen kann), deren Namen ich bei Gelegenheit noch mal rausfinden muss und nun hat er ein Kind mit ihr und wenn ich es richtig verstehe ist er immer noch nicht von Linda geschieden.
Fuer mich schwer zu verstehen, aber ich habe noch diese altmodischen Ideen, wenn man sich einen Ehepaartner aussucht, dann solte das gut ueberlegt sein, denn so eine Partnerschaft, sollte bis zum Lebensende bestehen.

So nun sind wir im Oktober – wir hatten heute nachmittags 28° Celsius und aus irgendeinem Grunde war mir sehr warm, sodass ich im Auto die Klimaanalge angestellt habe. Es war sogar in Florida heute nicht waermer als bei uns in Nordwest Arkansas. Wir liegen praktisch auf dem gleichen Breitengrad wie Las Vegas und nur wenig noerdlich im Verglaich zu Los Angeles. Aber im Winter kann es kaelter und im Sommer heisser bei uns werden, weil wir reines Kontinentalklima haben.

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Über khecke

I was born in Lower Silesia and moved to Hamburg after the war. In 1957 I moved to America and lived the longest time in and around Chicago. January 1994 I retired and moved to Northwest Arkansas. I'm married to Ruth since November 1959 and very happy with her. Plenty of hobbies and never bored.
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7 Antworten zu Brunch

  1. kelly schreibt:

    moin karl-heinz,
    uns noch wichtige werte und auch die geschichte ist der heutigen jugend, nicht nur in amerika, nicht vermittelt worden.
    in der *jetztzeit* ist das leben mit allen reizen und facetten anstrengend genug. die regierung handlungsunfähig – so oder so…
    mitunter könnte ich glauben alle traditionen und werte sind aus langeweile entstanden 😉 oder aus der zeit der romantik.
    liebe grüsse über den teich!

  2. ute42 schreibt:

    Ja, lieber Karl-Heinz, auch ich komme mir manchmal uralt vor – oder sind war das etwa? 🙂
    Vielleicht lebt die heutige Jugend freier und ohne Zwänge, wie wir sie gekannt haben. Eben alles zu seiner Zeit. Du bist ja ganz schön im Stress als Strohwitwer. Kennst du den Ausdruck noch?
    Bei uns ist leider der Herbst eingekehrt mit Nebel und kühlen Tagen. Hach was wäre ich jetzt gerne in Florida. Deine Frau ist zu beneiden.

  3. mauerdurchbruch schreibt:

    Servus Karl-Heinz,

    Schöner Blog von dir, gefällt mir richtig gut 🙂

    Was die Werte der heutigen „Jugend“ angeht – ich denke auch, dass die Zeit viel zu schnelllebig geworden ist und man Dinge wie Beziehungen oder auch Ehen viel zu schnell wegschmeißt. Wir leben heute in einer Wegwerfgesellschaft. Leider.

    Es gibt ein Bild eines älteren Ehepaares, das auf die Frage, wie ihre Ehe so viele Jahrzehnte überstehen konnte, folgendes antwortet: „Wir sind in einer Zeit aufgewachsen, in der man kaputte Dinge noch repariert hat, anstatt sie wegzuwerfen“.

    Viele Grüße aus NRW

  4. OceanPhoenix schreibt:

    Lieber Karl-Heinz,

    die kleine Serena ist ja niedlich 🙂

    Das kann ich mir gut vorstellen, dass es ein seltsames Gefühl ist, ohne deine Frau unterwegs zu sein ..

    In Deutschland wird sehr viel an den 2. Weltkrieg erinnert .. da wäre so eine Frage „Welcher Krieg“ ziemlich undenkbar. Dass er es gefragt hat, zeigt aber auch, dass er voll in der Gegenwart lebt ..

    Ich war ein kleines Kind in de 70ern, so dass diese Zeit für mich auch recht weit zurückliegt 🙂 Aber – zumindest kommt es mir so vor – man beschäftigt sich hier sehr viel mit der Vergangenheit. Und manches wird auch b ewußt lebendig gehalten. So ist es auch mit der Musik. Immer wieder begegne ich jungen Leuten, die Fan der Musik der 60er und 70er sind. So wie ich das auch war, in den 80ern – das war damals schon eher untypisch ..aber das gibt es auch heutzutage noch. Und zugleich werden gerade bei uns die 80er ein bisschen als „Kult-Jahrzehnt“ gehandelt.

    Ich schick dir liebe Grüße und wünsche dir ein schönes Wochenende,
    Ocean

  5. Träumerle Kerstin schreibt:

    Hallo Karl-Heinz.
    Ja, das muss komisch sein – so lang ohne Deine Frau. Aber nach so einer kleinen Zwangspause freut man sich ganz sicher sehr auf das Wiedersehen und Beisammensein.
    Wenn eine Ehe nach so vielen Jahren scheitert, dann ist das schade. Ganz so jung scheint Kenneth also nicht mehr zu sein. Aber fein, dass er eine neue Partnerin gefunden hat und nun ein Baby diese neue Liebe krönt.
    Liebe Grüße ins Wochenende von Kerstin.

  6. TJ schreibt:

    Ich finde es auch sehr schade, das viele Ehepartner heutezutage viel zu schnell aufgeben. Gibt es einen „kleinen Streit“ wird gleich das Wort Scheidung ausgesprochen. Ich finde aber auch (gerade hier in Amerika), das viel zu schnell geheiratet wird.
    Meine Oma hat immer gesagt „drum pruefe wer sich ewig binde“ (sie war mit Opa 67 Jahre verheiratet, bevor er starb). Als ich mich nach 8 Jahren „wilder Eher“ zur Hochzeit entschieden habe, war fuer mich klar, das soll nun bis zum Rest unserer Tage halten – der „Kerl“ wird mich jedenfalls nicht mehr los 😉
    Schoen, das Deine Frau noch immer jeden Tag anruft und Dir sagt, dass sie Dich vermisst! Das sind kleiner aber so schoene Gesten, die die Freundschaft und Liebe aufrechterhalten!
    VG aus OC California
    Tanja

  7. Sara schreibt:

    Lieber Karl-Heinz,
    die 70er sind für manche Leute in der Tat schon eine Ewigkeit her. Doch das ist alles relativ – das Leben ist ein Kreis – je nachdem, wie lange man schon im „Licht der Erde“ verweilt …
    Ich finde die moderne Einstellung, sich wegen jeder Kleinigkeit zu trennen, auch nicht gut. Eine Ehe sollte vorher gut überlegt sein und man muß sie manchmal auch durchstehen, es heißt da nicht umsonst „in guten WIE auch in schlechten Tagen…“ Heute will man nur all das Tolle, doch so ist das Leben nicht und ich kenne so manche, die ein oder zweimal verheiratet sind oder gar schon zum dritten Mal, sich arm-geschieden haben, denn man verliert bei Scheidungen viel Geld und erst jetzt erkannten, daß viele Fehler auch bei ihnen liegen und sie JETZT unbedingt in dieser Ehe alles richtig machen müssen, damit ihnen dieses Malheur nicht noch einmal passiert.

    Der Trend läßt aber auch beobachten, daß gerade einige Ältere ihre Egozentrik pflegen und sich bewußt nach Jahrzehnten der Ehe noch trennen. Wirklich unverständlich, wo man doch gerade im Alter füreinander da sein sollte …

    Ja, prüfe, wer sich ewig binde … das ist nur zu wahr! Doch wer von den jungen oder nicht mehr ganz so jungen Leuten will DAS schon gerne hören?? Dann muß man eben auch die Folgen tragen …
    Bei uns gibts inzwischen oft von Kirchen aus Eheseminare VOR Eheschließung, das finde ich schon mal sehr gut!

    Liebe Grüße
    Sara

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