Erinnerungstag


Der 29. Juni hat eine besondere Bedeutung fuer mich, denn im Jahr 1957 habe ich erstmals amerikanischen Boden in New York City betreten – genauer war es auf dem Flughafen Idlewild, der in spaeteren Jahren auf Kennedy umgenannt wurde.

Damals flog man noch mir viermotorigen Propellermaschienen ueber den grossen Teich, was natuerlich bischen laenger dauerte. Die Passagiere wurden mit zuvorkommender Hoeflichkeit behandelt, was bei dem heutigen Massentourismus vollkommen verloren gegangen ist. Ausserdem kleidet man sich als Fluggast sauber und nett, was heute nicht unbedingt der Fall zu sein scheint. Die Flugzeuge waren auch kleiner also weniger Fluggaeste und ich kann mich noch daran erinnern, dass ich der einzige Einwanderer in dieser PAN AM Maschiene war.

Spaeter ging es dann vom LaGuardia Airport mit United Airlines weiter nach Chicago, wo mich unser Familienfreund abholte, der schon anfang der 50iger ausgewandert war. Also sind es nun schon 56 Jahre und ich bin froh, dass ich damals die richtige Entscheidung fuer mich getroffen habe. Leider kann man sich seine Freunde und Verwandten nicht in die Tasche stecken und mitbringen. Auf der anderen Seite konnte ich schon – ich glaube, es war sogar der naechste Tag – meine Chicagoer Tante besuchen, die juengere Schwester meiner Mutter, die schon 1938 nach Chicago auswandern musste, weil sie mit einem juedischen Arzt (also mein angeheirateter Onkel) verheiratet war. Er, also mein Onkel, war aber schon seit 1952 verstorben und sie hat danach nie wieder geheiratet, hatte aber zu der Zeit schon wieder einen netten Freund, der auch Arzt war.

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Über khecke

I was born in Lower Silesia and moved to Hamburg after the war. In 1957 I moved to America and lived the longest time in and around Chicago. January 1994 I retired and moved to Northwest Arkansas. I'm married to Ruth since November 1959 and very happy with her. Plenty of hobbies and never bored.
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8 Antworten zu Erinnerungstag

  1. fleischfee schreibt:

    Schöne Geschichte! Ich will auch aber damals war es noch viel einfacher! Heutzutage ja leider auch nicht mehr. WIe sich doch alles ändert! PAN AM Die heutige Jugend weiß nicht mal mehr was das ist. 😉

  2. ute42 schreibt:

    Es ist doch schön, dass du heute sagen kannst, du hast alles richtig gemacht. Interessant, deine Geschichte.

  3. meintagesablauf schreibt:

    Ich finde es gut, wenn man zurück blickt und alles gut ist.
    LG Gabi

  4. emhaeu schreibt:

    Brauchte man damals keine Green Card oder irgendwie so etwas?? Du konntest doch nicht einfach einreisen und dann dableiben, oder? LG Martin

    • Karl-Heinz schreibt:

      Nein Martin, es war schon damals nicht einfach in die USA einzuwandern.
      Seit 1924 beschraenken die USA die Einwanderung in ihr Land allgemein und vorher hatten sie schon gewisse Anforderung in Beziehung Gesundheit, sodass man wieder zurueck ins Heimatland geschickt werden konnte.
      Ich schreibe Dir noch eine E-mail mit Erklaerung.

  5. bubblegumcandy schreibt:

    hallo Karl-Heinz,
    als du hier rueber kamst wurde ich erst geboren, in Ridgecrest, California. sag mal, hattest du kein heimweh als du ausgewandert bist? wie lange hat es gedauert bis du hier drueben fuss fassen konntest? war es schwer fuer dich, dich an die amerik. lebensweise zu gewoehnen? ich finde es mutig von dir, dass du diesen grossen schritt gewagt hast . und ich finde es toll, dass du heute sagen kannst du hast das richtige gemacht. das bedeuted also dass du es nie bereut hast und das freut mich.

    liebe gruesse aus Ohio
    Sammy

    • Karl-Heinz schreibt:

      Sammy, die erste Zeit in einem fremden Land ist wohl fuer jeden nicht ganz einfach, aber langsam lebt man sich ein und gewoehnt sich daran, dass man nun hierher gehoert. Da ich nach dem Krieg von meiner eigentlichen Heimat Schlesien vertrieben wurde, habe ich mich halt immer an meine neue Umgebung gewoehnen muessen, auch bei unserem Umzug innerhalb der USA. Amerika hat mir jedenfalls viel Gutes im Leben geschenkt und dafuer bin ich dankbar.

  6. Traudi schreibt:

    Lieber Karl-Heinz,
    es ist schön, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Sie war sicher nicht leicht, vor allem weil man seine Freunde und Verwandten hier lassen muss.
    Und an einem solchen Jahrestag kommen die Erinnerungen wieder zurück. Es wird immer ein besonderer Tag für dich sein.

    Viele Grüße
    Traudi

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