Das alte Adressbuch


Als ich noch in Hamburg wohnte hatte ich mir ein Adressbuch angelegt, dass mich mit nach Amerika begleitet hat und ich neulich reinschaute.
Ich war ueberrascht als ich da das Bild meiner Freundin fand, die ich vor meiner Auswanderung hatte. Ich glaube auf dem Bild wird sie um die 20 gewesen sein, also paar Jahre juenger als ich. Da sie das einzige Kind ihrer Eltern war, wollten die Eltern natuerlich nicht, das sie mit mir nach Amerika ging oder vielleicht spaeter nachkommen wuerde. Eine der wenigen Personen, die ich dann aus dem Auge verloren habe, komischerweise nicht andere Freundinen.

Image

Auf dieser Adresse kann man sich dieses Haus in New Jersey ansehen – nahe an New York City – und dazu folgende Geschichte.

https://maps.google.com/maps?q=833+Westfield+Road,+Scotch+Plains,+NJ&hl=en&ll=40.648709,-74.378655&spn=0.00429,0.009162&sll=40.648969,-74.378386&layer=c&cbp=13,37.92,,0,0.14&cbll=40.648709,-74.378655&hnear=833+Westfield+Rd,+Scotch+Plains,+Union,+New+Jersey+07076&t=h&z=17&iwloc=A&panoid=5y1WryTQ5vPnNxvry2PQCg

Meine Grosseltern waren mit Erich und Trude Sauer befreundet, die zuerst ein Gut in unserem Nachbarort Kostenblut hatten und uns ab uns zu besuchen kamen. Wir auf der anderen Seite jeden Sonntag zur katholischen Kirche in Kostenblut fuhren. Ich kann mich gut an Onkel Erich innern (obwohl er nur ein Namensonkel war), dass das Fruehstuecksei fuer ihn immer perfekt gekocht sein musste, also weder zu hart noch zu weich. Was uns Kinder immer belustigte. Spaeter haben dann die Sauers ihr Gut verkauft und sind nach Breslau gezogen.
Die Sauers hatten einen Sohn, der im Krieg spaeter gefallen ist, jedenfalls war der Name seiner Frau Maria Sauer. Auch hatten sie eine Tochter Ruth, die einen Lutz Helbig geheiratet hatte. Soweit ich weiss waren Lutz und Ruth Helbig schon in den 20iger Jahren nach Amerika ausgewandert und scheinbar recht erfolgreich, sodass sie sich dieses Haus in New Jersey gekauft hatten.
Kurz vor ende des Krieges ist Onkel Erich noch in Breslau gestorben, aber Tante Trude haben wir nach dem Krieg mehrmals gesehen, die wohnte nach dem Krieg in Heilbronn und hatte ihre Tochter paarmal in New Jersey besucht und zeigte uns Bilder, darunter auch ein Bild von diesem Haus, sowie Hochzeitsbilder von der Tochter Gwenny der Helbigs. Sie sah wie ein Prinzessin aus, so ein huebsches Maedchen.

In der Zwischenzeit hatten wir Maria Sauer in Hamburg angetroffen, wo sie einen Herrn Woelfer geheiratet hatte, dessen Frau verstorben war. Mein Hamburger Onkel – bei dem ich wohnte – kaufte dann alle 2 Jahre einen Opel von Herrn Woelfer, der alle 2 Jahre einen neuen Opel kaufte.
Als ich schon in Amerika lebte fand ich durch meine Hamburger Tante heraus, dass Herr Woelfer verstorben war und Maria ihren angeheirateten Schwager Lutz Helbig geheiratet hatte, da dessen Frau auch verstorben war und das Maria nach Amerika gezogen ist und in diesem Haus in New Jersey wohnte.
Ich habe sie allerdings nie da besucht, fand die Adresse in diesem alten Adressbuch. Ich fand diese Geschichte jedoch interessant.

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Über khecke

I was born in Lower Silesia and moved to Hamburg after the war. In 1957 I moved to America and lived the longest time in and around Chicago. January 1994 I retired and moved to Northwest Arkansas. I'm married to Ruth since November 1959 and very happy with her. Plenty of hobbies and never bored.
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11 Antworten zu Das alte Adressbuch

  1. Lemmie schreibt:

    Lieber Karl-Heinz!
    Wie das Leben so spielt …
    Eine interessante Geschichte, die mir gefällt. Ich mag solche Erinnerungen sehr gerne.
    Lieben Gruß
    Lemmie

  2. picola9011 schreibt:

    Ja wenn die Erinnerungen aufkommen.Lieber Klaus,auch mir hat diese Geschichte gefallen,schade eigentlich das Du diese Familie nie besucht hast.Liebe Grüße Erika

  3. kelly schreibt:

    die erinnerungen sind mitunter sehr deutlich und nah, dann wieder benötigt mensch ein foto oder von der freundin den satz: weisst du noch?
    diese kleinen geschichten, z.b. mit dem gekochten ei, sehr bekannt :(.
    unzufriedene menschen gibt es immer noch ;).
    hab eine gute zeit in deinem südstaat!
    lg kelly

  4. ute42 schreibt:

    Eine bildhübsche Freundin hattest du damals, lieber Karl-Heinz. Interessant, deine Erinnerungen. Schade, dass man viele Freunde von früher irgendwann aus den Augen verliert, auch wenn man nicht wie du nach Amerika auswandert.

  5. Ocean schreibt:

    Deine Freundin ist aber sehr hübsch gewesen, lieber Karl-Heinz 🙂

    wunderbar, dass du dieses Foto und die kostbaren Erinnerunngen noch hast!

    In Heilbronn hat deine Tante Trude gelebt? Dort arbeite ich 🙂 🙂

    Liebe Grüße zu dir aus dem Schwobaländle,
    Ocean

  6. Träumerle Kerstin schreibt:

    Sie hat ein so freundliches Gesicht Karl-Heinz. Schön, dass Du das Foto aufgehoben hast, so bleiben die Erinnerungen besser im Gedächtnis, wenn man ein Bild dazu hat.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  7. Hallo Karl-Heinz, da muss es für Dich schon verdammt gewichtige Gründe gegeben haben, ein so tolles Mädchen zu verlassen. Mit Deiner lieben Frau hast Du zwar auch ein tolles Mädchen erwischt, dass war ja beim Weggang aber sicher nicht vorauszusehen. Haste halt nochmal Glück gehabt 😉
    Übrigens finde ich es toll, dass man wieder von Dir lesen kann. Auch wenn ich nicht immer alles kommentieren möchte, lesen tue ich bei Dir sehr gern und regelmäßig. Deine Beiträge erweitern mein Bild über die Staaten enorm, dafür bin ich sehr dankbar.
    Herzliche Grüße an Dich und Deine Familie sendet Micha – Der Brotbaecker

  8. minibares schreibt:

    So eine nette Freundin hattest du. Tja, sie durfte eben nicht mit.
    Und du hast deine Ruth dann gefunden, so ist alles gut.
    Das Haus dort schaut ja super aus, so schön gelegen.
    Erinnerungen sind wichtig und tun gut.
    Liebe Grüße Bärbel

  9. Vallartina schreibt:

    Achja, Karl Heinz! Solche Stories kann nur das richtige Leben schreiben. Ich finde solche private „Geschichtsforschung“ sehr aufregend. Awesome!
    Saludos desde Mexico!

  10. Ecki schreibt:

    Erinnerungen sind doch das schönste im Leben! Tolle Storie… 🙂

  11. emhaeu schreibt:

    Lieber Karl-Heinz, da muss ich meinen Vorredner zustimmen, Deine Ex-Freundin war ja von der hübschesten Sorte!

    Kostenblut: Da hatten wir recht enge Verwandte, die Familie heißt Heidler, ihnen gehörte ein Bauerngut und das recht große Gasthaus direkt am Marktplatz von Kostenblut. Fritz Heidler ist zusammen mit meinem Vater in Liegnitz in der Ritterakademie gewesen, später haben beide Landwirtschaft studiert und sind nach dem Krieg beide bei der Landwirtschaftskammer Rheinland als Berater tätig gewesen. Onkel Fritz, wie wir ihn nannten, war oft bei uns zu Besuch, ich erinnere mich genau an ihn.
    Jedenfalls kann jeder froh sein, der im Februar 1945 nicht mehr in Kostenblut gewesen ist. Denn dort machten die deutschen Truppen einen Versuch, den Belagerungsring um Breslau zu durchstoßen. Es hat heftige Gefechte gegeben. Meine Großmutter und meine Tante mit ihren Kindern waren zufällig in Kostenblut, als das passiert ist und haben mehrere Tage in einem Kohlenkeller verbracht, weil sie sich nicht auf die Strasse trauen konnten. Großmutter hat da ein Tagebuch geschrieben, das ich habe, in das man aber besser nicht reinschaut, weil es doch keine schönen Erinnerungen sind ….

    Alles Gute im milden Südstaatenklima! Martin

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