Die Heimkehr


Ich hatte die Gelegenheit heute Auszuege von diesem neuen deutschen Film „die Heimkehr“ von Hermann Hesse zu sehen.
Sicher ein interessanter Film und fuer jeden gut verstaendlich der einmal der „Heimat“ den Ruecken gekehrt hat. Die Heimat veraendert sich logischerweise auch, aber noch mehr veraendert sich wohl derjenige, der weggezogen ist und nach langer Zeit zurueckkehrt und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das wiederfindet, was er damals verlassen hat.

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Besonders krass war es natuerlich, als ich nach 56 Jahren in meinen kleinen Geburtsort in Schlesien ankam. Alles war so viel kleiner, als ich es in Erinnerung hatte. Ausserdem war jetzt alles polnisch beschriftet. Die alten Gebaeude – auch wenn heruntergekommen – erkannte ich zwar noch wieder, natuerlich auch das Gebaeude in dem ich aufgewachsen war und es gab noch zwei Frauen aus meiner Jugend, die im Ort lebten, aber ein zu Hause war es jeden Fall nicht mehr.

Abgesehen, dass ich zwischendurch fuer 11 Jahre nach dem Krieg in Hamburg gelebt hatte, wohnte ich nun schon ueber 40 Jahre in Amerika und ich hatte mich als Mensch weitgehend veraendert – schon allein Deutschland gegenueber, das mir bei jedem Besuch fremder vorkommt. Man nimmt scheinbar zu einem gewissen Grad unbewusst die Mentalitaet der Leute an, von denen man umgeben ist. Das bemerke ich jetzt sogar im Vergleich zum Chicagoer Grossstadtleben, wo ich 36 Jahre verbracht habe und nun schon ueber 18 Jahre in Nordwest Arkansas lebe – d.h. sogar Chicago kommt mir schon etwas ungewoehnlich vor.

Also will dieser Film wohl vermitteln, dass eine vorhandenes Heimwehgefuehl durch eine Heimkehr nicht die erwartete zufriendenstellend Befriedigung findet.

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Über khecke

I was born in Lower Silesia and moved to Hamburg after the war. In 1957 I moved to America and lived the longest time in and around Chicago. January 1994 I retired and moved to Northwest Arkansas. I'm married to Ruth since November 1959 and very happy with her. Plenty of hobbies and never bored.
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5 Antworten zu Die Heimkehr

  1. Lemmie schreibt:

    Lieber Karl-Heinz!
    Manche Veränderungen sind mit Wehmut verbunden. Und dass wir selbst uns verändern, ist klar. Alles Andere wäre Stillstand, und das wäre gegen den Sinn des Lebens.
    Lieben Gruß
    Lemmie

  2. stellinger schreibt:

    Hallo, Karl-Heinz!

    So ähnlich erging es mir, als ich nach 54 Jahren meine Geburtsstadt Magdeburg zum ersten Mal wieder besuchte. Als ich die Stadt 1950 verließ, gab es noch Trümmergrundstücke. Was war aus der Stadt geworden, als ich sie im Jahre 2004 besuchte? Modern und großstädtisch kam sie mir vor, aber es war nicht mehr „meine“ Stadt.
    Nur die Straße, in der ich meine Jugend verbrachte, hatte sich kaum verändert. Einige Häuser hatten noch den gleichen Farbanstrich wie 1950 und sahen entsprechend heruntergekommen aus.

    Liebe Grüße, auch an Ruth, von
    Jürgen

  3. brotbaecker schreibt:

    Lieber Karl-Heinz, ähnliche Erfahrungen habe ich auch gemacht. Meine Familie hatte Oberschliesien verlassen, als ich elf Jahre alt war. Als ich dann nach zwanzig Jahren das erste Mal wieder dorthin gefahren bin, war ich erstaunt und deprimiert zugleich. Als Kind war der Weg von unserer Wohnung zum Wohnhaus von Opa ewig lang, als Erwachsener hatte ich die Strecke nun in weniger als fünf Minuten zurückgelegt. Als Kind war der Fluß, in dem wir im Sommer badeten ein richtig großes Wasser, als Erwachsener musste ich feststellen, dass es sich eher um ein Flüsschen handelte, das man einfach durchqueren konnte.Auch hatte ich den Zustand der Bausubstanz als Kind völlig anders wahrgenommen. Das Dominium war riesig und überwältigend. Als Erwachsener habe ich es nur als schäbigen, heruntergekommenen Bau ohne jedwedem „Schmuck“ gesehen.
    Trotzdem, da ich wieder über 20 Jahre nicht mehr dort war, zieht es mich schon wieder mal hin. Mal sehen, wann es klappt.
    Liebe Grüße sendet Micha – Der Brotbaecker

  4. Ocean schreibt:

    Lieber Karl-Heinz,

    deine Erinnerungen zu lesen ist immer wieder sehr faszinierend. Ich glaube auch, dass es enttäuschend sein kann, wenn man nach vielen Jahren wieder zurückkehrt in die alte Heimat, und sieht, was sich alles verändert hat ..

    Eine gute Bekannte von mir hat Ähnliches mit ihrem Geburtsort erlebt, der im heutigen Polen liegt … es war alles verfallen .. anders … und es hat sich sehr wehmütig angefühlt.

    Der Film, auf den du hinweist, klingt aber interessant! Hesses Literatur mag ich auch gern.

    Ich bin übrigens auf einen WordPress-Blog umgezogen, weil ich so selten zum Bloggen komme mittlerweile, und es sich nicht lohnt, dafür eine bezahlte Webseite zu haben.

    Liebe Grüße zu dir über den großen Teich,
    Ocean 🙂

  5. fleischfee schreibt:

    Lieber Karl-Heinz,
    Ich habe zwar kaum Kontakt zu meinem Vater, dennoch habe ich mitbekommen wie es für ihn ist fremd in diesem Land zu sein, in der Heimat aber mittlerweile genauso fremd zu sein. Deutsch hat er immer nur gebrochen gesprochen, mittlerweile ist sein türkisch aber mindestens genauso schlecht. Mein Onkel war vor einigen Jahren zu Besuch und er sollte etwas übersetzen. Er fing auf türkisch an und im zweiten Satz bereits, wechselte ganz automatisch auf die deutsche Sprache. Am Ende hab ich es meinem Cousin auf Englisch erzählt und er hat es seinen Eltern übersetzt. Mein Vater hat nicht mal bemerkt, dass er in der falschen Sprache unterwegs ist. Das ist nur die Seite mit der Sprache und dann geht es auch noch mit der Kultur weiter. Die Türken, die hier leben, kommen leider oft nicht mit den Veränderungen in der hinterlassenen Heimat klar. Einfach weil sie sich nicht mit entwickeln.

    Aber ich denke es ist auch gut so. Es wäre auch zu schlimm, wenn man sich immer nach der Heimat sehnt denke ich.

    Liebe Grüße
    Sue

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